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Tipps & Tricks zum Umgang mit Polyester Gießharz |
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Für Anfänger und auch für Fortgeschrittene, empfehlen wir das Fachbuch "Giessharz Grundtechniken". Das Fachbuch vermittelt alles über Polyesterharze, die Eigenschaften, die Einsatzgebiete und gibt Tipps und Tricks. Das Buch gibt Auskunft über Materialbedarf, Arbeitsmaterial , Hilfsmittel und viele Anregungen rund ums Thema Einbetten mit Giessharz. |
| Eigenschaften des Harzes Unser Polyester Gießharz ist ein in Styrol gelöstes, kobaltvorbeschleunigtes Harz. Dieses Styrol ist ein wichtiger Bestandteil des Harzes, es ist für den starken Geruch verantwortlich. Das Styrol und der Beschleuniger sind die wichtigsten Bestandteile des Harzes. Sie sorgen dafür, das das Harz nach der Zugabe des Härters, innerhalb kürzester Zeit bei Raumtem-peratur aushärtet. Diese Zeit, in der das Harz vom flüssigen Zustand in den gelartigen Zustand wechselt, nennt man "Topfzeit". Dabei entsteht Wärme. Es ist wichtig, das sich das Harz nicht zu stark erwärmt, es kann sonst zu Rißbildungen im Harz, durch Schrumpfung kommen. Tipp: Die mit Harz gefüllte Form in ein Wasserbad stellen ! Nach der Aushärtung und der Nachreaktionszeit (ca. 48 Stunden) kann der Gießling mechanisch bearbeitet werden (schleifen, sägen, feilen, bohren, fräsen). Durch die Schrumpfung des Harzes bildet sich nach der Aushärtung eine wellige, klebrige und bei hochwandigen Formen eine unebene Fläche. Diese Fläche muß dann mitSchleifpapier geschliffen und mit Polierpaste poliert werden. Tipp: Um die mühevolle Schleifarbeit zu vermeiden, füllen Sie die Form so mit Harz, das es etwas über den Rand der Form steht. Kurz vor dem Gelieren des Harzes wird dann von der Seite her unsere Abdeckfolie auf das Harz gerollt. Beschweren Sie die Folie mit einer Glasplatte. Dieser Trick sorgt dafür, das kein Sauerstoff an das Harz gelangt und das Harz klebfrei und glatt aushärtet. Schrumpfung des Harzes Das Gießharz schrumpft (2 - 3 %) nach der Aushärtung. Deshalb sollten Sie beim Ausgießen von mehreren Schichten, darauf achten, das die zuvor gegossene Schicht noch nicht voll ausgehärtet ist, wenn Sie die nächste Schicht gießen ! Beim Gießen von größeren Blöcken sollte außerdem die Härtermenge reduziert werden. Die Schrumpfung hat aber auch den Vorteil, das sich der Gießling gut von der Form löst. Falls der Gießling sich nicht löst können Sie "nachtempern" (für kurze Zeit bei 60° C in den Backofen stellen). Löst er sich immer noch nicht, dann noch für einige Minuten in den Kühlschrank stellen. Arbeitsmaterial Abdeckfolie (ergibt glatte Oberfläche, erspart das Schleifen) Harzreiniger, Putzlappen (zum Reinigen von Arbeitsgeräten, Händen und Arbeitsplatz) Mischbecher, Rührspatel (zum Mischen von Harz und Härter Gießform ( aus PVC oder PE) Schleifpapier ( zum Vorschleifen (Körnung 120 + 220 ) Naßschleifpapier (zum Nachschleifen Körnung 400 + 600 ) Polierpaste ( zum Hochglanzpolieren) Anleitung 1. Decken Sie den Arbeitsplatz mit Folie oder Papier ( Zeitungen) ab. 2. Zimmertemperatur 18 -20° C (Höhere Temperatur beschleunigt die Aushärtung, niedrig verzögert ! 3. Harzmenge ermitteln Immer nur soviel Harz anrühren, wie in der Topfzeit verarbeitet werden kann. Wenden Sie das Verfahren des "Ausliterns" an: Die gewünschte Form soweit mit Wasser füllen bis der Wasserstand der aufzugießenden Höhe der Harzschicht entspricht. Jetzt das Wasser in in einen Meßbecher gießen. Jetzt können Sie die benötigte Harzmenge ablesen ! 4. Ausgießen in mehreren Schichten Das Einbetten von Gegenständen gelingt am Besten, wenn Sie die Gegenstände auf eine bereits gegossene Harzschicht auflegen. Die Schichtdicke sollte in einem Arbeitsgang nicht höher als 10 mm gegossen werden. Nach dem Aushärten der ersten Schicht, die Ober- fläche sollte jedoch noch klebrig sein, den Gegenstand auflegen (Vorteil: der Gegenstand klebt fest und kann beim nächsten gießen nicht aufschwimmen.) Jetzt kann vorsichtig die die nächste Schicht gegossen werden. Darauf achten, das sich unter dem Gegenstand keine Luftblasen bilden. Bei größeren Gießlingen und höheren Schichten sollte die Härter- zugabe der nachfolgenden Schicht etwas reduziert werden. Hat den Vorteil, das sich nicht soviel Reaktionswärme bildet. Am besten ist es wenn Sie die ganze Form in ein Wasser- bad stellen. Dieses sorgt für gute Kühlung und gleichmäßiges Aushärten ! 5. Trennwachs und Formentrennmittel Um eine leichtere Entformung und eine längere Haltbarkeit der Form zu gewährleisten, sollten Sie grundsätzlich die Form vorher mit Trennwachs und Formentrennmittel einpinseln Bei Formen aus grobporigem Material wie Holz sollte vorher einige male ein Bastellack aufgetragen werden. Anschließend Trennwachs oder Formentrennmittel auftragen. 6. Mischen von Harz und Härter Der Härter wird immer dem Harz zugemischt. Die Härterzugabe erfolgt erst dann, wenn Abtönpasten und/oder Füllmittel bereits ins Harz eingemischt wurden. Wichtig: Der Härter muß intensiv in das Harz eingerührt werden. Zum Dosieren des Härters eine Einwegspritze benutzen ! 7. Einfärben Das glasklare Gießharz kann mit unseren speziell dafür entwickelten Harz-Abtönfarben eingefärbt werden. Eine geringe Menge der stark färbenden Farbe aus, um das Harz intensiv einzufärben. Alle Farben können untereinander vermischt werden, so dass auch Zwischentöne entstehen. 8. Entformen Wieder verwendbare Kunststoffformen, die elastisch sind werden seitlich gebogen und dann wird der Gießling aus Form gedrückt. 9. Nachbehandlung Nach der Aushärtung ( frühestens nach 48 Stunden) kann der Gießling bearbeitet werden. Zuerst wird mit groben Schleifpapier gearbeitet, später mit Naßschleifpapier (immer viel Wasser nehmen ). Danach wird die noch milchige Oberfläche mit Polierpaste (Baumwoll- lappen) abgerieben bis die Oberfläche hochglänzend ist |